Def. gemeines Orgatreffen, das

27.04.2019

Es braucht seine Zeit, Milchschaumkaffee für zwölf Menschen zu kochen. Und noch mehr Zeit braucht es, die gleiche Anzahl an Menschen mit selbstgemachtem Hummus und Falafel zu versorgen. Dafür muss nämlich eine nicht zählbare Menge Kichererbsen geschält werden. Der Schälprozess ist aber ein kommunikativer und der Output sorgt für volle Bäuche und lächelnde Gesichter.

Natürlich ist kein Schulfrei-Festival Organisationstreffen wie das andere. Und trotzdem gibt es mittlerweile bestimmte Dinge, die einfach zu einem richtigen Orgatreffen dazugehören. Der Milchschaumkaffee zum Beispiel. Und zwar von Chalina gekocht. Niemals zu vernachlässigen als Baustein für das große Ganze. Ihr könnt sagen was ihr wollt, aber ich bin der festen Überzeugung, dass unser Festival dank des Milchkaffees am Orgatreffenmorgen ein besseres ist. Würden wir doch sonst mit hoher Wahrscheinlichkeit über Ticketpreise, Kompostklos und Festivaldeko mit schlechter Laune entscheiden. Wo kämen wir da hin?

Und den Hummus? Den gab es Tabea zu ehren. Und böse Zungen behaupten, es gab ihn, weil sich unser Orgamitglied Paul mit Tabea gut stellen wollte. Aber natürlich sind die Strukturen im Orgateam in höchstem Maße Hierarchiefrei :). Es war jedenfalls eine Erbsenschälfreude ohnegleichen.

Teil eines jeden Orgatreffens sind natürlich auch lange Gesprächsrunden, in denen wir eine Themenliste abarbeiten, die uns unendlich lang erscheint. Und es ist Tradition, dass niemals alle Punkte der Liste bis zum Ende des Treffens abgehakt werden. Niemals! Ganz egal wie schnell man redet. In solchen Runden werfen wir alle unsere Meinungen zum Thema in einen Topf, rühren ein bisschen und schauen dann ob die Suppe schmeckt. Und wenn nicht, muss man nachwürzen. Und im aller ungünstigsten Fall eine neue kochen. Die verstrichene Zeit bemisst sich in dem Stapel Schokoladentafeln in der Mitte der Runde. Je kleiner der Stapel, desto mehr nähert sich die Stundenanzahl dem zweistelligen Bereich.*

Dann kommt irgendwann der Punkt der scheinbar unüberwindbaren Uneinigkeit. Wie eine kleine Stimmungskurve muss man sich das vorstellen. Das Orgatreffen startet seicht - eine Kurve mit wenig Steigung - nimmt dann rasant Fahrt auf – die Kurve steigt an bis zum höchsten Punkt - und wird zum Ende hin wieder gemächlicher – die Kurve senkt sich langsam wieder zur X-Achse. Und wenn man am höchsten Punkt angekommen ist und so richtig die Fetzen fliegen (also die verbalen Fetzen natürlich), dann merkt man plötzlich wie sich etwas bewegt. Da ruckelt sich was aus seiner felsenfesten Verankerung, wird wieder formbar und lässt sich neu ins Gefüge einordnen.

Wenn wir wieder auseinandergehen, sind wir andere Organisator*innen als vorher. Manche von uns konnten etwas da lassen, was in den letzten Tagen und Wochen zu schwer geworden war um es alleine mit sich herum zu tragen. Verantwortung zum Beispiel. Oder ein Gefühl von Separiertheit. Andere haben etwas mitgenommen, was für die Fahrt nach Hause im Rucksack lagert und dann in den eigenen vier Wänden auf den Tisch gepackt wird. Gruppengefühl zum Beispiel. Motivation und Schaffenskraft. Oder auch Verantwortung.. für das Festival und die anderen Orgamitglieder. Ich habe ein bisschen mehr Zuverlässigkeit im Gepäck.

 

*Zu der Frage, warum die Metaphern und Vergleiche im Text sich hauptsächlich auf Nahrungsmittel beziehen, möchte sich die Autorin lieber nicht äußern.

 

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